====== Warum und wozu lebe ich? ====== Die Frage nach dem Sinn des Lebens treibt viele junge Menschen um. Wie weit sie in jedem Herzen gegenwärtig ist, oder ob es Menschen gibt, denen sie gleichgültig ist, das spielt keine Rolle. Ich weiß vieles nicht, was diese Frage berührt. Welche Schmerzen die Frage unterstützen, herausfordern oder verstummen lassen, das mag alles wichtig sein und in jedem Leben anders liegen. Irgendwo steht die Frage vor uns und sucht Antwort. Warum lebe ich oder wofür? Die Frage tritt immer mehr zurück, je mehr ich erkenne, dass kein Zufall mich aus Versehen erschuf. Dass hinter meinem Sein die Liebe Gottes sichtbar werden kann. ER wollte und will mich. Auch im Rahmen aller Naturgesetze, die am Werk waren, damit ich wurde, wer ich bin. Selbst alle eigenen Entscheidungen, die mein Leben prägen, führen nur dazu, dass ich ein Gegenüber der Liebe Gottes bin. Kein Gegenstand und kein Objekt, sondern Partner – obwohl ich mich darin unvorstellbar winzig erkenne, Gott gegenüber. Nun kommt da ein Wesenszug ins Spiel, der ganz tief mit der Liebe Gottes in Verbindung steht. Mein Leben ist so schön, dass es einfach um seiner selbst willen gelebt werden kann. Ein Selbstzweck also. Ich kann und darf mein Leben genießen, weil und indem Gott es segnet. Gott schenkt dieses Leben bei manchen Menschen in Fülle – dass diese Fülle willkürlich verteilt zu sein scheint, gehört in eine andere Betrachtung. ===== Unser Leben ist kein Selbstzweck ===== Wo die Fülle da ist, ist sie Gottes Geschenk. In der Hebräischen Bibel heißt es bei manchen Menschen, dass sie alt und lebenssatt gestorben sind. Und an anderer Stelle heißt es, dass es Gott eine Lust sei, uns Gutes zu tun. Seine Liebe möchte sich verschwenden an uns Menschen. Geht es uns nicht auch so, dass wir einen geliebten Nächsten beschenken möchten und wollen, dass es ihm oder ihr gut geht. So sehr, dass unser Nächster diese Liebe völlig genießen möchte. "Ich will, dass es dir gut geht, aber ich möchte mit dir dieses Gut erleben. Ob ich es gleichermaßen gut habe, das ist zweitrangig. Du sollst es gut haben. Aber ich möchte Gemeinschaft mit dir." So redet das liebende Herz zu dem Geliebten. Und so höre ich auch Gott zu mir sprechen. Ich darf mein Leben genießen – und doch nicht als Selbstzweck. Gottes Liebe wartet darauf, dass ich meine Augen öffne und Ihn sehen lerne. Nein, Gott liebt mich nicht um Seiner eigenen Erfüllung willen. Gottes Liebe ist so selbstlos, dass er die Gefahr riskiert, dass ich dies schöne Leben nur als Selbstzweck empfinde und genieße. Er wartet so geduldig auf meine Liebe. Thomas Merton hat es in den Gedanken verdichtet, dass selbstlose Liebe erst dann ihr Ziel erreicht hat, wenn sie die Antwort selbstloser Liebe bekommt. Die Frage, ob mein Leben Selbstzweck ist, findet ihre Antwort nur in meinem Herzen. Es liegt an mir, ob ich das Geschenk für mich allein genieße oder mit selbstloser Liebe beantworte. Auch Gott hat sich nicht damit begnügt, Sein eigenes Sein als Selbstzweck zu genießen. Hort schuf uns nicht, um selbst geliebt und angebetet zu werden. Gott liebt selbstlos und weiß, dass wir erst glücklich werden, wenn wir selbstlos wieder lieben. Er hat den ersten Schritt getan, der zweite liegt bei mir. ==== Anspruchsvoll ==== //"Duu, liebend schaue ich zu Dir hin. Du schaust mich so unsagbar liebend an. Ich könnte es genießen. Du beschenkst mich und ich merke oft gar nicht dass Du es bist. Ich möchte, dass mein Herz ins Klingen kommt. Ich möchte die Resonanzfrequenz finden, bei der mein Herz mit dem Deinem ganz im Einklang ist. Ich möchte, dass auch Du, GOTT, Freude daran haben kannst an unserer Liebe."//