Paulus wusste, dass wir Menschen in der Schöpfung erkennen könnten, dass diese Welt einen Schöpfer hat, dass sie wirklich Schöpfung ist und nicht einfach etwas zufällig gewordenes.
„Denn was Menschen von Gott wissen können, ist ihnen bekannt. Gott selbst hat ihnen dieses Wissen zugänglich gemacht. Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen.“ Römerbrief 1,19-20
Gott gab uns also einen Verstand, der hinter dem Sichtbaren, den Unsichtbaren erkennen oder doch ahnen kann. aber Er wollte uns näher sein als das. Darum beginnt der Brief an die Hebräer mit dem Satz:
„In der Vergangenheit hat Gott in vielfältigster Weise durch die Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen.“
Und die Worte, die Menschen von Gott empfingen, wurden gesammelt und aufgeschrieben und weitergegeben von Jahrhundert zu Jahrhundert. Immer wieder gab es Menschen, die etwas von Gott klarer verstanden und ihren Zeitgenossen weitergaben. Und diese Texte wurden anerkannt als „Wort Gottes“. Heute sprechen wir mit verschiedenen Bezeichnungen davon: Die Bibel, Die Heilige Schrift, oder auch nur Die Schrift. Ja wir gebrauchen auch die Bezeichnung Das Wort Gottes, obwohl darin manches mitklingt, was nicht allgemein anerkannt ist. Dazu mehr unter Bibelverständnis. Juden sprechen eher von Torah und Tenach, was für Christen die fünf Bücher Mose, bzw das Ältere Testament bedeutet.
Der Form und dem Stil nach ist sehr vieles in der Bibel einfach Erzählung, Weitergabe der Geschichte, die Gott mit uns Menschen geschrieben hat. „Geschichte“ hat ja im Deutschen eine doppelte Bedeutung und muss auf Englisch mit zwei Worten übersetzt werden: history und story. Und im Hebräischen bedeutet דבר zugleich Wort und Wirken oder Handeln Gottes.
Schon in der Schöpfungsgeschichte heißt es immer wieder „und Gott sprach … und es geschah“ Gottes Worte sind Geschehnis und Ansprache zugleich.
Gott redet, weil nur durch Ansprache auch Beziehung entstehen kann. Der Verstand allein kann nur in in sich selbst verstehen, er muss dann Kontakt aufnehmen. Und den hat Gott selbst zuerst aufgenommen, eben in Seinem Wort.
„Danke, dass Du nicht nur die Worte der Schöpfung gesprochen hast, sondern ganz persönlich zu Menschen in der Geschichte. Ich möchte lernen, auf diese Worte zu hören. Hilf mir, sie immer besser zu verstehen, so dass meine Beziehung zu Dir wachsen kann. Danke, dass Du diese Beziehung haben möchtest. Lass mich Deine Worte ernst nehmen und Dir darin nahekommen.“