Es ist ein ganz wichtiges und oft verwirrendes Phänomen, dass wir in der Zeit leben und in ihr immer nur an genau einem einzigen Punkt sein können. Genau jetzt!
Dem sind wir Menschen absolut verhaftet – ja das klingt zurecht wie Gefängnis, aber es ist auch etwas, das uns hält, wir haften daran, wenn wir Ja sagen dazu. Wehren ist sinnlos!
Im Raum können wir uns bewegen und zurückgehen an einen Ort, an dem wir früher waren. In der Zeit geht das nicht. Die Zeit bewegt uns stetig weiter.
Es ist für uns schwer vorstellbar, dass auch die Zeit ein Geschöpf Gottes ist und dass Er über ihr ist. Wie Sein Verhältnis zur Zeit in Bezug auf uns genau ist, dass können wir allerhöchstens ahnen, aber wir können eben unser Jetzt nicht einmal in Gedanken verlassen. Ein Experiment, das zum Verständnis helfen kann, fand ich in der Geschichte von Flatland.
Gott ist nicht an die Zeit gebunden, Er kann jederzeit eingreifen, ohne dass damit alles automatisch von Ihm festgelegt wäre.
Aber für uns ist mit Blick auf Gott der Ablauf der Zeit ganz wichtig, denn wir stehen in der Herausforderung der persönlichen Entwicklung und des Wachstums. Und Gott weiß das! Er erwartet von mir heute nicht das, was ich erst lernen muss. Aber Er möchte, dass ich den nächsten Schritt tue, zu lernen mit Ihm und im Aufblick zu Ihm.
„Oh Gott, da stoße ich an Grenzen! Du bist über der Zeit oder außerhalb und kannst eingreifen in Dinge, die für mich in der Vergangenheit liegen? Ich ahne, dass ich damit nicht experimentieren kann, aber es ist gut zu wissen, dass heute, jetzt nicht alles ist. Aber gerade jetzt kann und darf ich nahe bei Dir sein. Und auch mein Morgen ist in Deiner Hand. Ich will Dir vertrauen.“