Wir waren zusammen am Abend des Dreieinigkeitsfestes, als mir plötzlich die Frage nahekam: Wie könnte es gewesen sein, ehe Gott die Zeit erschuf und in ihr all das, was wir kennen. Wie war das vor der Zeit, jenseits unserer Vorstellung, vor Grundlegung der Welt. Wie konnte Gott Liebe sein, wenn es außer Ihm nichts zu lieben gab? Und ich fing an zu schreiben und hinzuhören und weiter zu schreiben:
o Zeit der Gotteseinsamkeit
da kein Geschöpf noch war bereit,
Gott ganz allein ER selber.
Worauf soll da die Gottesminn
sich richten vor dem Anbeginn,
da noch nichts war geboren?
Da trug der Vater ohne Schmerz
den einen Sohn im eignen Herz,
doch Liebe muss sich zeigen.
Wem zeigt sich Liebe so allein?
Gott kann nicht für sich selbst nur sein,
Liebe erschafft Gegenüber!
Die Schöpfung entsprang,
weil die Lieb dazu treibt,
weil Liebe aus Liebe Geliebte beleibt.
Liebe sucht Wesen zur Liebe bereit,
sie will sich schenken, verströmen so weit
weniger kann nicht genügen.
So entsprang alles, was wir nur sehn
aus Gottes Liebe, das sprengt mein Verstehn,
Gott schuf zum Lieben uns Menschen!
Gab uns die Freiheit, doch ließ uns nicht gehn,
Liebe will freiwillig Liebe nur sehn,
und ist bereit zur Enttäuschung!
Doch auch in diese steigt Gott noch hinein,
kommt zu uns Menschen und sucht uns heim -
einmal die Liebe noch sieget!
19.06.2011 20h19, So
„Gott, Du Ewiger, der vor aller Zeit schon geliebt hat und immer weiter liebt, wie sehr bist du wert, dass wir Dich anbeten und zu Dir aufschauen und staunen. Du bist und warst und wirst ewig sein: Die Liebe selbst. Berühre mein Herz, dass es etwas mehr erfasst, was Deine Liebe kann und sucht.“
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