Immerhin lebt Er in einer völlig anderen Dimension, die wir uns nicht vorstellen können. Ohne Anfang und ohne Materie, aber fähig, die Materie und ihre Geschichte in Gang zu setzen. Wer ist Er, der das alles kann?
Für den griechischen Denker Aristoteles war Gott der unbewegte Beweger, ein Gedankengang, aber kein Gegenüber. Eine Denknotwendigkeit, die vielen Menschen inzwischen fremd geworden ist. Wenn dieser unbewegte Beweger nicht ansprechbar ist, weil das ihn ja bewegen könnte, dann begnügen wir uns lieber mit einem namenlosen Zufall.
Diese Vorstellung von einem abstrakten Gott, der ganz weit weg sein mag, aber mit uns kaum noch etwas zu tun haben mag, ist für viele Menschen selbstverständlich geworden. Gott mag einmal über mein Schicksal urteilen, aber dass wird schon nicht so schlimm werden. Auf alle Fälle scheint Gott völlig unerreichbar, unbewegbar und unansprechbar.
Doch das genaue Gegenteil entspricht der Offenbarung Gottes am Sinai und schon bei Abraham und immer wieder in der Zeit danach.
Gott ist erreichbar und will unser Herz erreichen!
„Denn wo ist ein so großes Volk, zu dem sich die Götter also nahen, wie der HERR, unser Gott, es tut, so oft wir ihn anrufen?“ (5.Mose 4,7)
Auch wenn es vielleicht nicht vordergründig ersichtlich ist in der Bibel, durchzieht es sie doch wie ein roter Faden: Gott will uns nahe sein und will (hofft?), dass wir auch Ihm nahe sein möchten.
Wenn Jesus davon spricht, dass Seine Schafe Seine Stimme hören und Ihn kennen werden, dann ist das auch Ausdruck dieser Nähe und Erreichbarkeit. Ebenso Jesu Zusage, dass Er bei uns sein würde bis ans Ende der Weltzeit, ja dass Er sogar mit dem Vater Wohnung bei oder in uns nehmen würde – was wäre näher als dies?
„Jesus, Du bist Mensch geworden und uns darin so nahe gekommen, wie nie zuvor. Trotzdem meine ich noch so oft, dass Gott ganz weit weg wäre. Lass mich Deine Nähe immer wieder so spüren, dass ich auch dann daran glauben kann, wenn dies Gefühl wieder vergeht. Ich will im Glauben annehmen, dass Du meine Nähe suchst, auch wenn ich es nicht verstehe oder spüre. Ich darf Dich ansprechen und zu Dir kommen.“
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