Achtung, da ist kein Komma, denn es geht nicht um die Frage, warum etwas geschieht, sondern, warum denken wir über Gott nach? Genügt es nicht, einfach zu leben?
Unser Leben vollzieht sich, ohne dass irgendjemand irgendetwas von einem Gott wahrnehmen müsste. Was soll ein Gott inmitten von Vorgängen, die ganz offensichtlich natürlichen Gesetzen folgen? Wir wissen doch heute, welche Mechanismen über Jahrmillionen einen Prozess bewegt haben, den wir als Evolution bezeichnen. Wozu Gott in dem allen?
Millionen Menschen leben ihr Leben und gehen ihren Weg, ohne einen Gedanken an Gott zu verschwenden. Ja, sie würden es als Zeitverschwendung bezeichnen, über Gott nachzudenken. Es geht doch recht gut ohne ihn. Oder was würde sich ändern, was ginge denn besser?
Ob der Gedanke im Menschen veranlagt ist, ob es etwas Verwandtes in Tieren geben könnte, lässt sich kaum ergründen. Oder ob da doch etwas von außen an uns Menschen herangetragen wurde? Oder spüren wir in der Natur, dass etwas oder jemand mitwirkt?
Der Gedanke ist nun einmal da. Oder ist es eine Frage? Könnte es sein, dass wir irgendwie unser Leben erfahren als Frage an mich (ich muss hier in der Einzahl weitereden), wer bin ich und wie antworte ich darauf? Wie lebe ich mein Leben ver-antwortlich?
Es ist eine Grundfrage: Wenn Gott alles geschaffen hat, bin ich Ihm verantwortlich. Wenn alles nur Zufall ist, dann ist auch alles egal.
Gott wartet auf Antwort, dem Zufall fällt das nicht ein.
Dem Zufall ist Gott egal, aber er interessiert sich auch nicht für mich. Beim Zufall ist alles anonym. Welchen Sinn hat eine Welt, die zufällig entsteht und die zufällig wieder vergeht? Wer fragt nach ihr – vorher oder nachher?
Warum Gott?
Diese Frage könnte nur jemand stellen, der von außerhalb blicken kann. Wir aber sind immer mitten drin, als Mittelpunkt unserer eigenen Welt. Ich kann meine Welt abschließen, so dass kein Gott darin vorkommt, aber ich kann nicht verhindern, dass Er von außen anklopft.
Ich kann aber auch meinen Horizont öffnen und fragen, ob das Klopfen meines Herzens vielleicht ein Anklopfen Gottes sein könnte.
„Gott, bist Du das?
Klopfst Du wirklich bei mir an?
Hast Du etwas mit meiner Existenz zu tun und wartest Du vielleicht auf (m)eine Antwort? Bin ich Dir verantwortlich?
Hilf mir, diesen Fragen nicht mehr auszuweichen.“
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