Die Bibel, wie sie uns heute vorliegt, ist über lange Zeit anerkannt und bestätigt von Gottes Volk als die Richtschnur für unseren Weg mit Ihm.
Das ältere Testament, von den Juden als TaNaCh bezeichnet – die Anfangsbuchstaben für Torah, Nebiim, Chetubim, zu Deutsch Lehre, Propheten und Schriften, haben wir mit den Juden gemeinsam, lesen es jedoch auf unterschiedliche Weise.
Das neuere Testament schließt daran an und fand innerhalb ca 200 Jahren Anerkennung in der Anzahl seiner Bücher.
Vieles darin ist Geschichte, Heilsgeschichte oder auch Kirchengeschichte. Die Bibel kümmert sich wenig um die Geschichte anderer Völker, sie erzählt davon, wie Gott um Sein Volk wirbt und dann auch alle Nationen einlädt in Seinen Bund.
Vieles könnte man auch als geistliche Psychologie betrachten, weil darin von den Irrwegen und Umwegen der Menschen berichtet wird, von den Kämpfen, die nötig sind um den Eigenwillen und die eigenen Triebe zu besiegen.
Dann sind da Beispiele und Anweisungen für den Umgang miteinander, für Vergebung, Versöhnung und Liebe.
Ja, manches ist als direktes Gebot oder Verbot formuliert. Aber es wäre sehr oberflächlich, die Bibel als Gesetzbuch anzusehen. Auch nicht als Gebrauchsanweisung für das Leben, denn ihr eigentliches Anliegen ist die Beziehung Gottes zu uns Menschen und die Einladung an uns, darauf zu antworten.
Darum gibt es auch nicht eine einzige, richtige Deutung der Bibel. Da sie über sehr vieles in der Vergangenheit berichtet, kann nicht einfach jeder Satz in unsere Gegenwart übertragen werden. Vielmehr müssen wir genau hinhören, wie Gottes Geist darin zu uns redet.
Außerdem ist ein wesentlicher Aspekt der biblischen Botschaft, dass sie über das persönliche Leben der Einzelnen, hinweist auf das Volk Gottes, den Leib Christi, dass Reich Gottes. Nur gemeinsam erfüllen wir die Lehre der Bibel.
Und darum muss jeder Ausleger sich dessen bewusst sein und es auch lehren, dass seine Deutung eine momentane und vielleicht sehr begrenzte sein mag. Ein anderer mag mit dem gleichen Recht anders auslegen, solange bei beiden Gott im Zentrum steht und Seine Beziehung zu uns Menschen.
Soweit ich verstehe, gibt es nicht die eine, allgültige Deutung für die biblische Botschaft. Aber für jeden Menschen ist die Bibel das verbindliche Dokument, durch das Gott zu uns redet.
„Vater, ich will Dir danken, dass Du durch viele Jahrhunderte Menschen hast aufschreiben lassen, was sie mit Dir erlebten und von Dir hörten. Du redest auch heute – im Einklang mit der Bibel und ganz persönlich. Lehre mich, immer besser hinzuhören, immer klarer zu verstehen, was Du für mich meinst. Mehr noch: Lehre mich tun nach Deinem Wohlgefallen … “
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