Obwohl ich behaupte, es sei das Schönste im Leben, bin ich ganz oft nicht da, wo Gott ist. Wie Adam und Eva, die den Tag über im Garten unterwegs waren und am Abend die Nähe Gottes erleben durften. Aber es wird nichts erzählt, wie oft das geschah. Die einzige Erzählung davon war, dass sie an einem Abend Gott nicht sehen wollten. Sie versteckten sich.
Wenn ich die Bibel recht verstehe, zeigt sie, dass wir Menschen geschaffen wurden mit dem tiefen Verlangen nach Gottes Nähe, aber auch mit dem Wunsch oder Bedürfnis, unser eigener Herr zu sein. Und dann spricht sie davon, Gott zu fürchten. Darum stehen wir im Leben immer in der Spannung und Herausforderung: Will ich wirklich Gott begegnen und Ihm nahe sein?
Es klingt so sachlich: „ich bin verhindert“, aber ich spüre den Schmerz und die Enttäuschung – Gott kommt oder wartet auf mich, aber ich bin blockiert, verhindert … anderes ist mir wichtiger. Die Entscheidung für Gott muss immer neu getroffen werden, gegen den Widerstand eigener, andersartiger Wünsche.
„Mein Gott, gerade dann müsste ich doch zu Dir kommen. Gerade dann brauche ich Deine Vergebung und Heilung. Hilf mir, die Schwelle zu Dir hin zu überschreiten. Zu Dir, zum Leben!
Ist es Schuld, die ich auf mich lud? Oder glaube ich nicht, dass Gott genügt? Oder ist es einfach Schwachheit, dass ich mich nicht losreißen kann von dem, was mein Herz begehrt?
So kostbar die Nähe Gottes ist, ist sie doch nicht einfach geschenkt, sie will gesucht und gegen Widerstand verteidigt werden. Sie ist ein Ausdruck von Liebe, die es sich etwas kosten lässt.“
„Vater, vergib mir, dass ich wieder nicht zu Dir eilte. Vergib, was ich getan habe, was Dich betrübt. Gib mir neuen Hunger nach Deiner Nähe. Und gib mir den Mut und den Willen, die Entscheidung für Dich neu zu treffen. Halte mich fest bei Dir.“
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