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Begrenzte Größe

Vater, in meinen Gedanken kann ich so Unvorstellbares bewegen. Raum und Zeit kann ich darin durchstreifen und weit in den Kosmos mich hinein verlieren. Ich kann Größenordnungen wahrnehmen, die mir nur als Zahlen und Bilder gegenüber stehen.

Ich kann auch über Deine Ewigkeit nachsinnen – und dann meine ich oft, dass dies meine wahre Heimat sei. Und das ist sie ja auch – aber eben erst im Glauben!

Vater, ich will angesichts Deiner Unendlichkeit nie aus dem Auge verlieren, wie klein ich dabei bin und bleibe. Gemessen an den Weiten Deines Kosmos bin ich nicht einmal ein Staubkorn, ohne jede Kraft und Größe.

Vater, welchen Wert hat dies mein Leben? Was bin ich wert? Und was bedeute ich?

Ich will auch dies betrachten und mir meiner Grenzen immer klarer bewusst werden. Meine Bedeutung und mein Wert sind nicht in „absoluten“ Zahlen messbar. – Alles, was ich bin, bin ich allein in Dir!

Vater, meine Grenzen sind ja auch mein Schutz! Ich bin, was ich bin, weil Du es mir so gibst. DU hast mich genau so groß erschaffen, wie ich bin. Und Du willst auch gar nicht, dass ich größer wäre. Dir bedeute ich genau soviel, wie Du wolltest. Dir bin ich etwas wert – o Gott, ich bin Dir nicht gleichgültig? Dir ist nicht egal, was ich tue, so wenig es ist?

In Dir bin ich geborgen, ob ich „viel“ oder „wenig“ tun kann. Wenn Du mir Kraft gibst, darf ich sie für Dich gebrauchen. Hab ich keine, dann bin ich einfach da. Dann spüre ich die Grenzen – aber im Glauben weiß ich auch, und manchmal spüre ich: die Grenze meines Seins ist Deine Hand.

Du hast die Welt mit allem drin erschaffen. Unmessbar groß für uns. Und doch, auch sie ist ganz in Deiner Hand. Darum will ich mich Deiner Hand ganz überlassen. Nur was Du tust und gibst gehört nun mir.

Ich habe so oft versucht, etwas zu tun und zu bewegen, was Du nicht in meine Hand gestellt hast. Aber ich will lernen, mich zu begnügen mit dem, was Du mir gibst und was Du von mir willst. Du bist der Herr der Welt! Und ich bin Dein geliebtes „Nichts?“ – O nein, kein „Nichts“, so winzig ich auch bin. Ich bin Dein Kind! Geliebt und gewollt von Dir. Ein „Nichts“ könnte unbemerkt verschwinden und man merkte nichts davon. Ich aber bin Dir wertvoll, wie ich bin. Und nie lässt Du mich aus den Augen Deiner väterlichen Liebe.

Also will ich auch nur sein, was ich in Deinen Augen bin. Und das genügt.