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zwei Selbst

Mein Vater, mein Herz jauchzt darüber, dass ich zu Dir Vater sagen darf – und Du bist es!

Ich muss nicht verstehen, wie und warum Du mein Vater bist, Du bist es, das genügt. Ich bin von Dir geschaffen und geboren, und das ist der Grund meines Daseins.

Ich bin im Werden und Wachsen wie es bei gesunden Kindern so ist. Ich freue mich über jeden Fortschritt und Erfolg und bedaure, dass ich noch nicht weiter bin. Aber darum strecke ich mich nach Dir aus – immer mehr, immer herzlicher!

Vater, ich erlebe aber in mir selbst auch eine Seite, die nicht von Dir geboren ist, ein Wesen, das ich nur als alt bezeichnen kann. Auch da weiß ich nicht, wie es entstanden ist, woher es kommt. Der Sündenfall ist eine bildhafte Beschreibung dafür. Vater, ich anerkenne, dass dies Wesen sterben und aufhören muss, auch wenn es weh tut!

Vater, ich bin ja nicht geteilt, ich bin ja beides: altes und neues Ich! Darf ich das alte Ich ansehen wie die Haut der Schlange, die nicht mitwachsen kann, weil sie praktisch abgestorben ist und darum nur platzen und abgestreift werden kann und muss? Mein altes Wesen ist mein Teil, solange ich auf Erden lebe – ich möchte es immer neu abstreifen und verleugnen. In Wahrheit bin ich das ja gar nicht. In Wahrheit bin ich, was Du in mir tust!

So hilf mir, dass ich meine wahre Identität in Dir, im neuen Ich erkenne und suche. Dass ich immer mehr all meine Energie auf das Leben im neuen Ich verwende und dem alten immer mehr seine Lebensgrundlage entziehe!

Vater, ich Bin Dein Kind! Das füllt mein Herz mit Jubel. Halte mich bei Dir, auch wenn dieser Jubel im Kampf des Alltags wieder in den Hintergrund gedrängt wird. Lass Du nicht zu, dass er ganz verstumme!