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Heiliger Ernst

„Ganz nahe mit Gott gehen“ ist ein wunderbares Geschenk und Grund zu tiefer Freude. Es ist wunderbar, dass offensichtlich Gott selbst zutiefst daran interessiert ist. Aber es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir darin einfach geborgen sein können. Was geschieht, wenn wir dies Geschenk zu selbstverständlich nehmen, uns darauf verlassen, dass Gott selbst es ja so will?

Gott liebt uns als Vater, der auch ungezogene Kinder liebt, trägt und versorgt. Vaterliebe kann auch wie eine Einbahnstraße wirken. Alles geht von Ihm aus, aber die Kinder genießen es, als stünde es ihnen einfach zu.

Vielleicht darum hat Gott auch das Bild der Ehe gebraucht, bei der es viel mehr um Gegenseitigkeit geht. Gottes Liebe hat erst dann ihr Ziel erreicht, wenn auch wir Ihn hingegeben lieben. Paulus hat darum geschrieben: 1. Korinther 14,[20] „Brüder und Schwestern, seid doch nicht wie Kinder, wenn es ums Verstehen geht. Wenn es allerdings um die Bosheit geht, sollt ihr wie kleine Kinder sein. Aber beim Verstehen sollt ihr euch als Erwachsene erweisen.“ Wir dürfen und sollen also Gott in ganzer Freiheit als verantwortliche Erwachsene suchen und Ihm begegnen.

„Ganz nahe mit Gott gehen“ verträgt sich schlecht mit Bequemlichkeit und Suche nach Wohlergehen. Der Kampf bleibt uns nicht erspart, uns selbst zu überwinden und die Nähe Gottes auch unter Widerständen zu suchen.

Anspruchsvoll

„Vater! Ich möchte so sehr Deine Liebe voll erwidern. Doch du kennst mich. Oft bin ich trotz allem so weit von Dir entfernt, als wärst Du gar nicht da. Aber lass nicht ab, mich zu ziehen. Ich will den heiligen Ernst aufnehmen und immer neu zurückkehren zu Dir. Wohin denn sonst, wohin mich meine Torheit locken möchte. Hilf Du mir, Herr, so ist mir geholfen.“